Übergewichtige leiden häufig unter Nährstoffmangel
Nährstoffmängel werden vor allem auf die Armut vieler Betroffenen zurückgeführt.
(aid) - Menschen mit einem stark erhöhten Body-Mass-Index (BMI) leiden häufig nicht nur an den Folgen ihres Übergewichtes, sondern auch an einem Mangel verschiedener Mikronährstoffe. Besonders verbreitet ist ein Defizit bei übergewichtigen Frauen und Kindern mit sozial schwachem Hintergrund.
In einer Studie, in der man den Gesundheitsstatus von 264 Fabrikarbeitern untersuchte, waren zwei Drittel aller Teilnehmer übergewichtig bzw. schwer übergewichtig. Sie ernährten sich sehr fett- und energiereich, nahmen aber gleichzeitig zu wenig Kalzium, Zink und Vitamin A und B auf. Der Anteil junger Frauen war in dieser Gruppe besonders hoch.
Eine amerikanische Ernährungsstudie zeigte, dass gerade übergewichtige Menschen nicht die empfohlene Menge vieler Vitamin- und Mineralstoffe aufnehmen. Dazu gehörten beispielsweise die Vitamine A, C, E und D, sowie Kalium und Magnesium. Besonders häufig beobachtet man bei Übergewichtigen einen Mangel an Vitamin D. Bei Kindern und Frauen ist Übergewicht oft auch mit einem zu niedrigen Eisenspiegel verbunden. Die Ursache für den Nährstoffmangel sehen Experten vor allem in der Armut vieler Betroffener. Um Geld zu sparen, werden in vielen Fällen sehr energiereiche, aber minderwertige Lebensmittel gekauft.
Das Risiko einer Mangelernährung nehmen auch viele übergewichtige Jugendliche in Kauf, die mit einer selbstauferlegten Diät kurzfristig abnehmen wollen. Mehr als die Hälfte aller abnehmwilligen Mädchen und ein Drittel der Jungen ernähren sich während einer solchen Diät falsch oder unzureichend. Bei dieser Gruppe kommt es regelmäßig zu einem Mangel an Kalzium, Eisen, Vitamin A und B6, Folsäure und Zink. In Anbetracht der wachsenden Kinderarmut rechnen Experten damit, dass sich das Problem der Mangelernährung insbesondere bei übergewichtigen Kindern weiter zuspitzen wird.
aid, Jürgen Beckhoff
Quelle:
aid infodienst, aid-PresseInfo Nr. 32/09 vom 05.08.2009
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