Damit der Salat nicht gleich schlapp macht
Lagern mit System hält leicht verderbliche Lebensmittel länger frisch

Kennst du das? Du gehst hungrig an den Kühlschrank. Du hast richtig Appetit auf ’was Frisches. „Mist“, denkst du, „der Salat ist schon wieder schlapp, die Radieschen schrumpelig. Alles, was gesund ist, hält sich nicht.“ – Richtig gelagert bleiben Lebensmittel länger frisch.
Super frisch und super anstrengend?
Möhren, Radieschen – werden schrumpelig, Salat und Petersilie – superschnell schlapp. Brot wird trocken oder schimmelig, Käse ebenfalls. Butter wird ranzig, Bananen braun. Milch fängt an zu müffeln, Fisch riecht richtig fischig. „Lohnt es sich überhaupt, frische Lebensmittel einzukaufen?“, mag man sich da fragen. „Isst man nicht frischer, wenn man sich das Brötchen fertig kauft, als wenn die Zutaten dafür tagelang im Kühlschrank vergammeln?“ – „Ich habe keine Zeit und keine Lust, jeden Tag einzukaufen“, ist ein weiteres Argument, das gegen den Frischeeinkauf spricht.
Die Bedingung: frisch aber „bequem“
Machen wir also zur Bedingung: Frische Lebensmittel müssen auch „bequem“ sein. Keiner hat Lust, sich täglich um den Einkauf Sorgen zu machen, einmal in der Woche ist vielleicht o.k. Wie kriegt man aber Salat, Milch & Co bis zu sieben Tage lang gut über die Runden? Die Lösung lautet: Lagern mit System. Und das geht so:
Das System für …
… Möhren, Radieschen und alle festen Gemüse wie Blumenkohl, Brokkoli, Lauch, Fenchel.
Du brauchst dafür einige Lebensmittel-geeignete Plastikbeutel (z. B. Frischhaltebeutel oder Gefrierbeutel) oder passende Plastikboxen. Im Kühlschrank ist es zu trocken, um Gemüse lose dort zu lagern. Kühle und dunkle Lagerung hilft aber, die Lagerzeit zu verlängern und schont wertvolle Vitamine. Das Gemüse muss nur etwas verpackt werden. Das Gemüsefach allein reicht als Schutz gegen die trockene Kälte des Kühlschranks nicht aus. Stecke das Gemüse so in einen Plastikbeutel, dass noch etwas Luft hineindringen kann. Spezielle Gemüse-Boxen kannst du auch auf die Glasplatte darüber legen bzw. stellen, sonst ist das Gemüsefach der beste Ort. Mit diesem einfachen Trick bleiben die Gemüse perfekt frisch für mehrere Tage. Du kannst eine Portion hervorholen, wenn dir danach ist.
… frische Blattsalate und frische Kräuter.
Diese bleiben mehrere Tage lang knackig, wenn man sie in einen Lebensmittel-tauglichen Plastikbeutel steckt (der aber noch etwas Luft hineinlässt, zum Beispiel über die lose umgeschlagene Tütenöffnung oder einige Luftlöcher). Lege sie locker nebeneinander, quetsche sie nicht ins Gemüsefach. Sonst verletzt du die empfindlichen Blätter.
Die Lösung für Brot
Brot wird ebenfalls im Kühlschrank schnell trocken. Du musst es in einen Plastikbeutel packen und verschließen, wenn es in den Kühlschrank soll. Brot lagert jedoch am besten in einer sauberen Brottrommel und darin eventuell in etwas Papier oder einen Baumwollbeutel eingeschlagen. Auch dieser Baumwollbeutel gehört öfter mal in die Wäsche. Brot, Toast, Brötchen, die länger halten sollen, lassen sich in einem Gefrierbeutel verpackt, auch protionsweise einfrieren.
Die Lösung für Milch und Milchprodukte
Käse wellt sich schnell nach oben, wenn er im Kühlschrank unverpackt liegt. Auch er sollte unter einer sauberen Käseglocke lagern oder in Käsepapier, notfalls auch in Butterbrotpapier eingeschlagen werden.
Butter bleibt bis zum aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatum frisch. Aber auch sie braucht eine Dose oder Butterglocke, sie schmeckt sonst schnell muffig. Für Singlehaushalte kann man Butter auch portionsweise einfrieren und nach Bedarf auftauen.
Auch Milch und andere Milchprodukte nehmen schnell Fremdgerüche an. Sie gehören deshalb möglichst gut verschlossen in den Kühlschrank. Achtet man beim Kauf auf ein noch weit im Voraus liegendes Mindesthaltbarkeitsdatum, sind sie oft mehr als sieben Tage lang haltbar. Auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums müssen sie nicht ungenießbar sein. Rieche kurz an der Milch oder probiere einen Tropfen. Wenn sie typisch riecht und schmeckt, kannst du sie trinken. – Eine geöffnete H-Milch ist übrigens wie Frischmilch zu behandeln, sie bleibt nach dem Öffnen noch circa einige Tage lang frisch, aber nicht mehr monatelang, wie es das Datum auf der Verpackung für die geschlossene Milch angibt.
Die Lösung …
… für Bananen
Bananen sind eine der wenigen Lebensmittel, denen es im Kühlschrank zu kalt ist. Sie werden braun dadurch. Aber auch außerhalb des Kühlschranks reifen sie in jedem Fall weiter und werden im Verlauf einer Woche immer weicher und süßer. Sie lagern am besten lose in einer Obstschüssel. Wenn der Raum etwas kühl ist (z. B. eine Speisekammer), verlängert das ihre Frische.
… für Kartoffeln oder Zwiebeln
Ein kühler, dunkler Raum – aber nicht der Kühlschrank – ist auch ideal für Kartoffeln oder Zwiebeln. Sie halten sich in einer Papiertüte. Wer nur die warme Küche für die Lagerung zur Verfügung hat, kann sich nur kleine Vorräte anlegen und muss Kartoffeln und Zwiebeln alle paar Wochen frisch kaufen. Sie keimen in der Wärme.
… für Tomaten, Äpfel und Zitrusfrüchte
Tomaten schmecken aromatischer, wenn man sie außerhalb des Kühlschranks lagert. Ihre Schale schützt sie auch so gut vor Austrocknung, so dass man sie wie Obst in einer offenen Schale liegen lassen kann. Das Gleiche gilt für Äpfel, Orangen, Mandarinen und Zitronen. Eine offene Schale ist besser als eine geschlossene Tüte, weil man dann verdorbene Ware schnell erkennt (z. B. verschimmelte Orangen) und sie gleich aussortieren kann, bevor sie ihre Nachbarn „ansteckt“.
Fleisch, Wurst und frischer Fisch
Verpacktes Frischfleisch kann – im Kühlschrank gelagert – bis zum Verbrauchsdatum verargbeitet werden. Vakuum- oder in Schutzatmosphäre verpackt kommt es so in den Kühlschrank. An der Theke gekauft, sollte es nach dem Kauf ausgepackt, auf einen Teller gelegt, mit einem zweiten Teller oder etwas Folie, Küchen- oder Pergamentpapier abgedeckt und spätestens am nächsten Tag zubereitet werden. Willst du es länger aufbewahren, solltest du es einfrieren. Frisches Hackfleisch sollte stets am gleichen Tag noch verarbeitet werden.
Wurst ist im Durchschnitt unempfindlicher, sie hält sich im Kühlschrank ein bis zwei Tage oder viel länger (je nach Wurstart, im Zweifelsfall im Supermarkt fragen).
Fisch ist extrem empfindlich. Frisch gekauft gehört er wie Fleisch in den Kühlschrank und muss innerhalb von 24 Stunden zubereitet sein. Zubereitetes Fleisch oder gegarter Fisch halten sich dann gekühlt nochmal maximal 48 Stunden. Fisch lässt sich ebenfalls gut einfrieren, damit er länger haltbar ist.
Sauberkeit und Ordnung sind das A und O
Was gegen Schimmelbefall und andere Verderbnis generell hilft, sind Sauberkeit und ein bisschen Ordnung. Alte Krümel im Brotkasten, nicht regelmäßig gewaschene Beutel und gespülte Boxen sammeln Verderbniserreger an.
Gleiche Lebensmittel gehören im Kühlschrank nebeneinander, angebrochene Packungen vor verschlossene, damit sie zuerst verbraucht werden.
Auf diese Weise, mit ein bisschen Wissen über Lebensmittel und mit System gelagert, ist der einmal wöchentliche Einkauf kein Frischehindernis mehr – wetten?
Mehr Infos:
- Weitere Tipps zur Lagerung von Lebensmitteln findest du bei was-wir-essen.de in dem Artikel Wie lagere ich Lebensmittel am besten?
- Aktuelle Infos und Artikel zu diesem Thema findest du bei TalkingFood in der Presseschau in der Rubrik Lebensmittelhygiene.
- Eine gute Recherchequelle zum Thema Lebensmittellagerung für Hausaufgaben oder Referate ist auch die TalkingFood-Datenbank.
Weitere Infos findest du auch in folgenden aid-Medien:
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Man nehme... - Einkaufen, Lagern und Zubereiten von Lebensmitteln
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(Bilder: aid infodienst, www.photocase.com, DAK/Wigger)
Autor:
Stephanie Wetzel, Berlin; Redaktion: Christof Meinhold, Köln (Juni 2006)










