Vogelgrippe: Forschungsprojekt Constanze
Forschungsprojekt des Landes Baden-Württemberg und das trinationale Vogelgrippeforschungsprojekt Constanze planen enge Zusammenarbeit und Informationsaustausch

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"Auch wenn seit knapp einem Jahr keine neuen Fälle von Aviärer Influenza mehr im Land aufgetreten sind, kann nach Meinung von Experten nach wie vor keine Entwarnung gegeben werden. Deshalb ist Baden-Württemberg gut beraten, weiterhin an den ergriffenen Vorsorgemaßnahmen festzuhalten und die Erforschung der Vogelgrippe auch künftig zu unterstützen." Dies sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk MdL, am Donnerstag 5. April in Stuttgart anlässlich der Vorstellung des trinationalen Forschungsprojekts "Constanze".
Zu Gast im Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg (MLR) war die Schweizer Projektleitung des trinationalen Vogelgrippeforschungsprojekts "Constanze" (CH, D, A). Dr. Christian Griot, Leiter des Instituts für Viruskrankheiten und Immunprophylaxe (IVI), und seine Mitarbeiter informierten bei ihrem Besuch über den aktuellen Stand des Projektes. Die Vertreter beider Länder sprachen sich für die Optimierung der Koordination und Kooperation zwischen den beiden Forschungsprogrammen "Wildvögel und Vogelgrippe" und "Constanze" aus. Hierzu werde von beiden Seiten derzeit eine Kooperationsvereinbarung vorbereitet.
Wesentliche Inhalte der Vereinbarung sollen die Regelung der Zusammenarbeit und des Informationsaustausches zwischen den Forschungsprojekten sein. Insbesondere der Transfer von wissenschaftlichen Daten soll zum beiderseitigen Nutzen geregelt werden. Weiterhin seien gemeinsame Veranstaltungen und wissenschaftliche Symposien geplant. Bereits im Juni findet eine gemeinsame wissenschaftliche Tagung in Friedrichshafen statt.
"Constanze und das bundesweit erste und bisher einzige Vogelgrippe-Forschungsprogramm mit landesspezifischer Ausrichtung "Wildvögel und Vogelgrippe" Baden-Württemberg sowie das Untersuchungsprogramm der Bundesrepublik Deutschland unter der Federführung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) werden sich optimal ergänzen. Die Region Bodensee wird sich dadurch zu einem Schwerpunkt im Bereich der Vogelgrippeforschung entwickeln", betonte der Minister.
Seit Herbst vergangenen Jahres werde die Vogelgrippe durch das Forschungsprogramm "Constanze" am Bodensee genauer unter die Lupe genommen. Dabei unter-suchen Forschungsinstitutionen und Behörden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Vogelwelt des Sees und das Vogelgrippe-Geschehen am Bodensee über einen Zeitraum von insgesamt drei Jahren. Die Untersuchungen ergänzen das bisherige Monitoringprogramm des Bundes unter Federführung des Nationalen Referenzlabors (Friedrich-Loeffler-Institut) und die Untersuchungen im Rahmen des Forschungsprogramms des Landes "Wildvögel und Vogelgrippe". "Die Resultate sollen über die Bodenseeregion hinaus wirken: Sie werden dazu beitragen, das Geflügel künftig besser und gezielter vor einer Einschleppung der Vogelgrippe zu schützen", so "Constanze"-Projektleiter Griot.
Minister Hauk und Projektleiter Griot waren sich einig, dass mit "Constanze" und "Wildvögel und Vogelgrippe" der Bodensee als Lebensraum von rund 250.000 Wasservögeln und wichtigstem Überwinterungsgebiete dieser Tiere in Europa zu einem der am besten untersuchten Gewässer wird.
Baden-Württemberg unterstützt "Constanze"
Baden-Württemberg beteiligt sich finanziell an "Constanze" und unterstützt das Vo-gelgrippeprojekt unter Federführung der Schweiz mit einem direkten finanziellen Zuschuss von 7.500 Euro (wie auch die übrigen Anrainerländer des Bodensees Bayern und Vorarlberg) und zusätzlich durch die Tierseuchenkasse Baden-Württemberg mit 5.000 Euro. Außerdem übernimmt das Land Baden-Württemberg über das Landesforschungsprogramm "Wildvögel und Vogelgrippe" und über Tierseuchenmittel die Kosten der Forschungsprojekte der Vogelwarte Radolfzell, die ebenfalls in "Constanze" Eingang finden.
Die kürzlich erfolgte Reduzierung der sogenannten Risikogebiete auf 500 Meter Gewässerabstand, in denen für Nutzgeflügel eine Aufstallungspflicht besteht, wurde auch durch die umfangreichen Monitoringergebnisse des Landes vertretbar, in die auch bereits erste Untersuchungsergebnisse des Landesforschungsprogramms "Wildvögel und Vogelgrippe" eingeflossen sind.
Weitere Informationen zu "Constanze" finden Sie unter www.projekt-constanze.info, Informationen zu "Wildvögel und Vogelgrippe" Baden-Württemberg (WuV) unter www.mlr.baden-wuerttemberg.de und unter www.wuv-bw.de.
Zusatzinformation
Im Jahr 2006 wurden in Baden-Württemberg landesweit insgesamt 7.223 Wildvögel untersucht, von denen insgesamt 19 H5N1-hochpathogene Fälle beziehungsweise Verdachtsfälle diagnostiziert wurden. Gleichzeitig wurden insgesamt 5.807 Stück Nutzgeflügel und gehaltene Vögel anderer Arten mit negativem Ergebnis auf Geflü-gelpest untersucht. Die bislang letzten beiden bestätigten Fälle von H5N1 in Baden-Württemberg wurden im April 2006 bei zwei Wildenten aus dem Kreis Sigmaringen diagnostiziert. Im laufenden Jahr 2007 wurden in Baden-Württemberg insgesamt 464 Wildvögel und 714 Stück Nutzgeflügel beziehungsweise Tiere aus Hobbyhaltungen oder Zoos allesamt mit negativem Ergebnis auf Geflügelpest untersucht. 281 Untersuchungen davon stammten aus den entsprechenden Forschungsprojekten (Stand: 28. März 2007).
Quelle:
Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg, Pressemitteilung vom 05.04.2007
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