Trend zu immer mehr extrem Übergewichtigen in den USA verlangsamt sich
Neue Daten bestätigen hohen Anteil übergewichtiger Kinder und Erwachsener
(dge) Die Häufigkeit von Übergewicht beziehungsweise Adipositas in den USA ist ein gravierendes Problem für das Gesundheitswesen. Zwei aktuell im Journal of the American Medical Association erschienene Publikationen zeigen, dass 68 % der Erwachsenen und 32 % der Kinder und Jugendlichen in den Jahren 2007 bis 2008 übergewichtig waren. Adipös waren 34 % der Erwachsenen und 17 % der Kinder und Jugendlichen. Diese Daten stammen aus dem National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES), einer fortlaufenden repräsentativen Stichprobenuntersuchung der US-amerikanischen Bevölkerung.
Ein Hoffnungsschimmer aus diesen Studien ist, dass sich der bis Ende der 1990er Jahre beobachtete starke Anstieg der Adipositasprävalenz in den letzten 10 Jahren nicht fortgesetzt hat. Eine Ausnahme sind die 6- bis 19-jährigen Jungen, unter denen es 2007 bis 2008 statistisch signifikant häufiger Adipöse gab als zuvor. Diese Erkenntnisse basieren auf der engmaschigen Datenerhebung im Rahmen des Gesundheitsmonitorings der USA, die es für Deutschland in dieser Form nicht gibt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) stellte im Ernährungsbericht 2008 anhand verfügbarer Vergleichsdaten fest, dass die Häufigkeit von Übergewicht und insbesondere Adipositas bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen hierzulande weiterhin zunimmt. Bei Erwachsenen in Deutschland wurde die Häufigkeit von Übergewicht zuletzt mit 58 % und die von Adipositas mit 20 % beziffert, bei Kindern und Jugendlichen waren 15 % übergewichtig und 6 % adipös. Daten verschiedener Länder sind nicht genau vergleichbar, da sich beispielsweise Methodik, Zeitpunkt der Erhebung und Altersspanne der Studienpopulation unterscheiden können. Die Prävention der Adipositas durch Änderung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten ist in den USA wie hierzulande eine der bedeutendsten gesundheitspolitischen Herausforderungen im Rahmen der Gesundheitsförderung.
Quelle:
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V., DGE Aus der Wissenschaft 01/2010 vom 01.02.2010
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