Nach Herzinfarkt ist starkes Abspecken gefährlich
Je schlanker ein Infarkt-Patient bzw. je größer sein Gewichtsverlust, desto höher sein Sterberisiko.
Das allgemeine Streben nach einem vermeintlich gesunden Schlankheitsideal kann sich im Ernstfall als Bumerang erweisen. Für Menschen, die einen Herzinfarkt überstanden haben, kann das Körpergewicht eine entscheidende Rolle für die Genesung spielen. Diesen Zusammenhang erläuterte Prof. Dr. Martin Halle von der Abteilung Präventive und Rehabilitative Sportmedizin der TU München anlässlich der letzten Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft e.V.
Nach seinen Beobachtungen weisen Patienten, die nach einem Infarkt rehabilitiert werden, das geringste Rückfall- bzw. Sterberisiko auf, wenn ihr Bodymass Index (BMI) zwischen den Werten 22-31 liegt. Patienten, die einen BMI von unter 20 haben, tragen ein sehr deutlich erhöhtes Risiko, den Herzinfarkt nicht zu überleben. Nach einem akuten Infarkt, so der Experte, gelte das Prinzip: Je schlanker die betroffene Person ist, desto größer ist die Gefahr, dass sie den Infarkt nicht überlebt. Dies gilt besonders für raschen Gewichtsverlust bei stark übergewichtigen Personen, aber auch für ansonsten schlanke Patienten mit einem starken Bauchumfang.
Ausschlaggebend für den Erfolg einer Behandlung nach einem Herzinfarkt ist moderates Fitness- und Ausdauer- Training. Der Mediziner wies darauf hin, dass dies die Überlebensrate verdoppeln könne und zudem stabilisierender auf die Gesundheit von Herz und Kreislauf wirkt als eine radikale Ernährungsumstellung.
Quelle:
Informationskreis Mundhygiene und Ernährungsverhalten, Pressedienst 1/2, Januar/Februar 2009
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